April 2024Consulting

Was muss eine gute Führungskraft mitbringen?

Empathie, Besonnenheit, Verständnis – klingt überzeugend, oder? Wir sind uns da nicht so sicher. Denn ein guter Führungsstil wird zwar oft mit diesen Fähigkeiten beschrieben, im Alltag gehört aber mehr dazu.

Es ist gut, wenn Führungskräfte positiv bewertete Eigenschaften mitbringen: Mut, Gerechtigkeitssinn und Klugheit. Verfolgen sie aber starr die Grundsätze ethischer Führung, kann das auch negative Effekte haben – besonders für die Führungskraft selbst.

Studien bestätigen, dass diese Führungskräfte schneller emotional ausbrennen und überbelastet sind von der (moralischen) Last ihrer Rolle. Das stellt auch das transformationale Leadership in Frage, das in den letzten Jahren die Debatte rund um Leadership dominierte.

Sehen wir genauer hin: Hohe ethische Standards können negative Folgen haben. Denn Mitarbeitende, die ethische Grundsätze kritisieren, werden schneller ausgeschlossen, sie gelten als unmoralisch. Dabei können ihre Ansichten hilfreich für Transformationen sein.

Was ist also gute Führung, die nicht moralinsauer ist? Wir denken: Ein Führungsstil, der sich weder an transformationale Grundsätze klammert, noch an traditionellen Führungsrollen festhält.

Gute Führung ist keine Dienstleistung der Führungskraft, sondern ein Prozess mit mehreren Beteiligten. Wichtig ist ein großes Repertoire aus Verhaltensmustern, die flexibel eingesetzt werden. Der Berufsalltag lässt sich nicht in Leadership-Schablonen pressen.

Am wichtigsten ist also vielleicht die Bereitschaft, das eigene Verhalten kritisch zu reflektieren, kraftvolle Entscheidungen zu treffen und danach zu beobachten: Welche Folgen hat mein Handeln? Und dann nachzujustieren.

Dafür muss man nicht den neuesten Leadership-Trends hinterherlaufen. Stattdessen: Erfahrungen sammeln und experimentieren.