Dezember 2025Coaching, Consulting

Warum an Deadlines festhalten, die nicht haltbar sind?

Deadlines gehören zu jedem Projekt – und sie bringen ihre eigenen Dynamiken mit. Vor allem dann, wenn klar wird: Dieser Termin ist nicht zu halten.

Das ist nicht bloß für den Projektplan herausfordernd, sondern auch in der Kommunikation: Wann sagen Führungskräfte am besten, dass die Deadline wackelt?

Wir beobachten in solchen Situationen oft ein spannendes Muster. Meistens gibt es eine Seite, die sagt: „Wir lassen die Deadline erstmal stehen. Sonst macht es sich das Team zu gemütlich und lässt den Stift fallen.“

Eine Annahme, die erstaunlich viel über Hierarchien und Selbstbilder verrät. Dahinter steckt die Ansicht: „Ich arbeite natürlich weiter – aber die anderen wahrscheinlich nicht.“

Diese Haltung kann schnell heikel werden. Denn aus unserer Erfahrung läuft es häufig anders: Teams verlieren nicht die Motivation, wenn man offen über Realitäten spricht. Sondern dann, wenn sie merken, dass die Führungskraft selbst nicht mehr an die offiziellen Ansagen glaubt – es aber dennoch öffentlich behauptet.

Teams spüren feine Dissonanzen. In diesen Momenten kann eine offene Kommunikation hilfreicher sein als das Festhalten an einer Aussage, von der viele längst wissen, dass sie wackelt.

Wie kann das aussehen?

Zum Beispiel, indem Führungskräfte formulieren, dass sie alles dransetzen, die Deadline möglich zu machen. Ohne dabei so zu tun, als stünde sie unverrückbar fest.

Ehrlichkeit heißt in solchen Situationen nicht, sofort alle Ambitionen über Bord zu werfen. Die Herausforderung liegt darin, die Realität anzuerkennen und gleichzeitig Handlungen zu ergreifen, damit aus einer Mission Impossible wieder eine realistische Option wird.

Wie würdest du in einer solchen Situation reagieren? Welche Kommunikationsstrategien haben sich bei dir bewährt, wenn Deadlines sichtbar ins Rutschen geraten?